Eine Gruppe Kinder spielt zusammen mit ihrer Jugendleiterin.

JuLeiCa – Warum du 2021 unbedingt die Jugendleiterkarte brauchst!

Du bist ehrenamtlich aktiv und betreust Kinderfreizeiten? Dann brauchst du 2021 unbedingt die Jugendleiterkarte! Wir zeigen dir die Voraussetzungen und Vorteile, wie eine Beantragung abläuft und alles was du dazu wissen solltest.

Inhaltsverzeichnis

Laut dem Deutschen Freiwilligensurvey 2014 engagieren sich rund 47% aller 14-29 Jährigen ehrenamtlich. Das ist fast jeder Zweite! Warum sollte man das also nicht fördern? Mit der JuLeiCa geht das super einfach. Da dieses Jahr eine neue Regelung bezüglich Betreuer:innen auf Ferienfreizeiten in Kraft treten wird, sollte der Besitz einer Jugendleiterkarte, kurz JuLeiCa in Betracht gezogen werden. Konkret bedeutet das: Du möchtest an Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche als Betreuer agieren oder selbst organisieren? Dann brauchst du eine passende Schulung für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen.

Was ist eine Jugendleiterkarte?

Die Jugendleiter:in-Card ist seit vielen Jahren der bundesweite einheitliche Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter:innen in der Jugendarbeit. Sie dient zur Legitimation und als Qualifikationsnachweis der Inhaber:innen. Träger und Leiter der Juleica ist der Bundesjugendring.
Für die Jugendarbeit gibt es mit der Juleica eine qualitativ hochwertige Ausbildung für Ehrenamtliche – ein vergleichbares Qualifikationsinstrument gibt es in kaum einem anderen Bereich des ehrenamtlichen Engagements.
Denn wenn Betreuer:innen eine Juleica besitzen, können Eltern ihre Kinder ganz beruhigt in deren Hände übergeben und sie an den verschiedenen Angeboten der Jugendarbeit teilnehmen lassen.
Bei den meisten Jugendverbänden in Deutschland ist die Juleica (bzw. die Teilnahme an einer Juleica-Ausbildung) bereits Voraussetzung für die eigenverantwortliche Betreuung oder Leitung von Jugendgruppen oder Ferienfreizeiten.

Was bringt mir der Besitz einer Juleica?

Die Juleica legitimiert euch gegenüber öffentlichen Stellen, wie z.B. Informations- und Beratungsstellen, Jugendeinrichtungen, der Polizei und Konsulaten. Zudem wird mit ihr die gesellschaftliche Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement zum Ausdruck gebracht.

Außerdem erhalten Vereine für jede:n Jugendbetreuer:in mit einer Jugendleiterkarte höhere Zuschüsse. Ohne Jugendleiterkarte wird der Verein mit 12€ pro Betreuer und Tag bezuschusst. Ein Betreuer, der die JuLeiCa besitzt, dagegen mit 25€ pro Tag. Somit ist die Jugendleiterkarte nicht nur für dich, sondern auch für deinen Verein von Vorteil.

Wer kann eine Juleica beantragen?

Jeder, der ehrenamtlich aktiv ist und nach den festgelegten Standards (siehe weiter unten) qualifiziert ist. Zudem muss man mindestens 16 Jahre alt sein. Wie du Jugendliche generell zu ehrenamtlichen Engagement motivierst, erfährst du hier.

Voraussetzungen

Um eine Jugendleiterkarte beantragen zu können, brauchst du

  • eine Juleica-Ausbildung (nach den Richtlinien in deinem Bundesland)
  • eine Erste-Hilfe-Ausbildung (nach den Richtlinien in deinem Bundesland)
  • (ehrenamtliche) Tätigkeiten in der Jugendarbeit
  • ein digitales Porträtfoto

Am besten sprichst du das Thema in deinem Verein an. Der Antrag auf Ausstellung der Juleica muss dann von dem Träger (Jugendverband, Jugendring oder Jugendinitiative) geprüft und befürwortet werden. Im Rahmen dieser Prüfung müssen sich die Träger auch versichern, dass der:die Antragsteller:in über die notwendige geistige Reife verfügt, um die verantwortungsvolle Aufgabe gut auszuüben. Die endgültige Freigabe und Bestätigung läuft dann über den Kreisjugendring ab.

Warum dein Verein die Juleica anbieten sollte

Nicht nur die Bezuschussung vom Land, sondern auch die persönliche Weiterentwicklung und der öffentliche und anerkannte Qualifikationsnachweis sollte deinem Verein am Herzen liegen. 60% der Jugendleiter:innen ermöglichen über 95% aller Angebote der Jugendarbeit und tragen dabei ganz wesentlich dazu bei, dass es bundesweit ein abwechslungsreiches, nicht kommerzielles Freizeit- und Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche gibt.

Inhalte der Ausbildung

Ziel einer Juleica-Schulung ist es Kenntnisse, Fertigkeiten und Haltungen zur verantwortlichen Gestaltung von Angeboten in der Jugendarbeit zu vermitteln. Grundsätzlich gibt es bundesweite Mindestanforderungen. Jedes Bundesland hat aber noch ergänzende Anforderungen, wie z.B. die Dauer der Ausbildung.

Zu den vorgeschriebenen Inhalten einer Ausbildung gehören:

  • Grundqualifizierung (26 Lehreinheiten)
    Motivation
    Gruppenarbeit und Projektarbeit
    Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlagen
    Gesellschaftliche Entwicklungen und Querschnittsthemen
  • Sonstige Themen (4 Lehreinheiten)
    Öffentlichkeitsarbeit
    Kommunikationskonzepte
    Spielpädagogik, Erlebnispädagogik
    Freizeiten für Kinder und Jugendliche
  • Trägerspezifische Themen und Inhalte (10 Lehreinheiten)
    Jugendverband-spezifische Themen
    Themen der Offenen Jugendarbeit
    Kommunale Jugendringe: Formen der Jugendarbeit
    Trägerstrukturen, Vernetzung

Darüber hinaus wird empfohlen, aktuelle Themen des Jugendalters und der Jugendarbeit wie Partizipation, Geschlechterrollen, Migrationshintergrund und interkulturelle Kompetenz, sowie internationaler Jugendaustausch zu behandeln. Mehr Informationen findest du unter https://www.juleica.de/antrag-und-infos/information/. Eine Juleica Fortbildung dauert meistens um die 30h, also mindestens zwei Wochenenden.

Vorteile

Mit der Jugendleiterkarte hat man zahlreiche Vorteile! Sie berechtigt zur kostenlosen Mitgliedschaft im Deutschen Jugendherbergswerk. Zudem gibt es mit ihr vergünstigte Eintrittspreise für viele lokale öffentliche Einrichtungen (Museen, Zoos, Kino, Theater, …), einmal im Jahr einen kostenlosen Eintritt in den Europapark, sowie einen 26 € Bahn Gutschein.

Wie lange ist sie gültig?

Die Jugendleiterkarte ist drei Jahre lang gültig. Möchte man nach diesen drei Jahren eine neue Juleica beantragen, muss eine erneute Fortbildung von mindestens 8 Stunden absolviert werden, um zu zeigen, dass man weiterhin ehrenamtlich aktiv ist.

Kosten

Die Kosten einer Juleica variieren von Verband zu Verband. Im Durchschnitt kostet sie 70,00€ inklusive Verpflegung, Unterkunft und Betreuung. Meistens werden die Kosten aber von deinem Verein übernommen.
Auch für deinen Verein ist es wichtig, gut ausgebildete Ehrenamtliche zu haben, denn er möchte das bestmögliche Angebot für seine Mitglieder schaffen. Auch Ferienfreizeiten profitieren von geschulten Betreuer:innen, da die Eltern ihre Kinder beruhigt in guten Händen wissen.

Wann ist der Besitz sinnvoll?

Nicht jedes Mitglied eines Vereins braucht automatisch eine Jugendleiterkarte. Viele Vereine bieten das auch gar nicht an. Hier kommt aber wieder das neue Gesetz ins Spiel: Solltest du in (naher) Zukunft vorhaben, an Ferienfreizeiten als Betreuer:in teilzunehmen, ist die Juleica Karte zwingend notwendig, denn mit ihr beweist du, dass du ein qualifizierter und ausgebildeter ehrenamtlicher Mitarbeiter bist. Sobald die Regelung im Laufe des Jahres veröffentlicht wird, startet eine Übergangsphase von mindestens einem Jahr, damit auch alle die Chance auf eine Ausbildung haben. Weitere Fortbildungsmöglichkeiten für deinen Verein findest du hier.

Wo finde ich Schulungen für die Jugendleiterkarte?

Welche Möglichkeiten es für dich gibt, erfährst du bei dem Kreisjugendring oder Stadtjugendring in deiner Nähe. Ruf dort am besten an oder kontaktiere sie per Mail. Oft bieten auch Kirchen oder Pfadfinder eine ähnliche Schulung an, diese sind dann aber meistens ausführlicher und somit auch teurer.

Fazit

Der Besitz einer Jugendleiterkarte bringt sehr viele Vorteile für dich und deinen Verein! Egal ob persönliche Weiterentwicklung oder ein anerkannter Qualifikationsnachweis – mit der Juleica bist du bestens für Kinder- und Jugendfreizeiten ausgerüstet.
Weitere Infos findest du unter https://www.juleica.de/antrag-und-infos/download/ bei Broschüren.

Wir haben etwas vergessen oder du hast Fragen oder Anregungen zur JuLeiCa? Dann schreib uns einfach an [email protected] oder nutze die Kommentarfunktion unterhalb dieses Artikels.

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